Kurzfassung. Ein Einführungsbeispiel in
Chamley behandelt die Horde von Pinguinen, die kollektiv zur Nahrungsaufnahme an den Rand der Eisscholle watscheln. Ein paar müssen den Anfang machen und ins Wasser springen, auf die Gefahr hin, gefressen zu werden; die restliche Horde kann dann entweder einigermaßen gefahrlos baden gehen oder aber das Wasser meiden.
Ob die ersten früher oder später springen, macht keinen Unterschied, falls sie gefressen werden; die ganze Horde hungert aber desto länger, je länger alle warten müssen. Somit bestimmt die Abwägung "Hungern oder die Gefahr eingehen" jedes einzelnen den Gruppenprozeß. In real life wird das Problem häufig dadurch gelöst, daß einzelne Pinguine von ihren Artgenossen ins Meer geschubst werden.
Die Fragestellung ist nun, inwieweit bei der Modellierung durch Softwareagenten eine mit "Perversen" (etwa Soziopathen wie notorischen Schubsern oder altruistischen Vollidioten wie Kamikaze-Pinguinen) durchsetzte Gesellschaft einer nur aus Standard-Pinguinen bestehenden überlegen ist.
(Analogie: Dotierung mit Fremdatomen, die die technischen Eigenschaften von Halbleitern verbessert.)
Mit anderen Worten: Sind Perverse das Salz in der Suppe der Gesellschaft? Und - wieviele Perverse braucht (bzw. verträgt) eine Gesellschaft?